Agrarkonzerne: Finger weg von unserem Essen!



Im Januar demonstrieren wir - Bäuerinnen und Bauern, LebensmittelhandwerkerInnen und kritische KonsumentInnen - zum siebten Mal gemeinsam für gesundes Essen, eine bäuerlich-ökologischere Landwirtschaft und fairen Handel.
Demonstration: 21.01.2017 | 12 Uhr | Potsdamer Platz (Berlin)

Wieder organisieren unsere Freunde vom BUND Hamburg eine Busfahrt zur Demo. Und wie schon im letzten Jahr werden die Busse nur in Hamburg starten, also nicht zusätz- lich in Elmshorn. Der Grund: Ein Bus müsste die Strecke Elmshorn – Hamburg – Berlin – Hamburg – Elmshorn fahren, da er in Elmshorn allein nicht voll wird. Dadurch würde ein(e) zweite(r) Busfahrer(in) erforderlich mit der Folge eines deutlich höheren Ticketpreises.

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Machen Sie den CETA-Check!

Im Februar kann das EU-Parlament CETA stoppen. Viele Parlamentarier*innen haben sich bereits gegen das Abkommen ausgesprochen. Machen Sie jetzt den CETA-Check und überprüfen Sie, ob auch Ihre Abgeordneten vor haben, gegen CETA zu stimmen.

Jetzt mitmachen!
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17.09.2016

Einige werden sich vielleicht fragen: „Es gab doch schon so viele Aktionen gegen die „Freihandelsabkommen“ CETA, TTIP & Co. Warum denn jetzt auch noch diese Volksinitiative gegen CETA?“

Die Begründung ist einfach:

  • Alle bisherigen Aktionen konnten die „Freihandelsabkommen“ nicht stoppen. Da die TTIP-Verhandlungen fest stecken, setzen Bundesregierung und EU-Kommission nun alles daran, wenigstens CETA, das schon fertig verhandelte Abkommen mit Kanada, gegen den Willen der Bevölkerungsmehrheit und zur Freude von Konzernen, Banken und „Investoren“ durchzupauken.  
  • Die Volksinitiative SH stoppt CETA (Start war der 15. September 2016) ist für Schleswig-Holstein wahrscheinlich die wichtigste und wirksamste Aktion im Widerstand gegen die „Freihandelsabkommen“. Sie ist die erste Stufe des dreistufigen Verfahrens „Volksinitiative – Volkbegehren – Volksentscheid“. Dem Ergebnis eines Volksentscheids kann sich die Landesregierung kaum entgegen stellen, auch wenn es nach der Landtagswahl 2017 eine andere Mehrheit geben sollte.
  • Ziel der Volksinitiative ist, den Landtag des Landes Schleswig-Holstein aufzu- fordern, sich bei der Landesregierung für die Ablehnung des Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens mit Kanada (CETA) im Bundesrat einzusetzen. Im Bundestag wird CETA voraussichtlich durchgewunken, da sich die Bundes- regierung hier auf eine 4/5-Mehrheit stützen kann. Eine Ablehnung von CETA durch Deutschland kann dann nur noch durch ein mehrheitliches „Nein“ im Bundesrat erreicht werden.

Das Bündnis „Volksinitiative SH stoppt CETA“ muss mindestens 20.000 gültige Unter- schriften sammeln. Unterzeichnen kann jede/r der/die in Schleswig-Holstein zur Landtagswahl wahlberechtigt ist. Unterschriften sammeln kann jede/r, jedoch muss dafür das offizielle Formular genutzt werden. Es gibt zwei Varianten des Unter- schriftenformulars. Ein Formular für eine einzelne Unterschrift und ein Formular für bis zu zehn Unterschriften. Die ausgefüllten Formulare müssen an die Adresse der Volksinitiative (steht auf jedem Formular) geschickt werden. Das ist weniger bequem als eine Online-Unterzeichnung, ist aber leider unvermeidbar, da in diesem Falle nur Original-Unterschriften auf Papier zählen.

Bitte nehmen Sie diese kleine Mühe und den kleinen Betrag von 0,70 € für eine Briefmarke in Kauf, um sich an der Volksinitiative zu beteiligen. Weitere Möglichkeit der Beteiligung: An verschiedenen Stellen im Kreis liegen die Unterschriftenlisten dauerhaft aus, u.a. im Weltladen TOP 21, Holstenstraße 19, Elmshorn, im Köllner Hof, Dorfstraße 3, Kölln-Reisiek, in der Bioquelle, Oeltingsallee 24, Pinneberg sowie in den Geschäftsstellen der Gewerkschaften. Bitte informieren Sie auch andere über die Volksinitiative, denn es ist äußerst wichtig, dass sie ein Erfolg wird (d.h. die erforderliche Anzahl an Unterschriften erreicht wird). Würde sie scheitern, wäre das nicht einfach nur so, als hätte sie nicht stattgefunden, sondern es wäre ein Triumpf für die Großkonzerne und deren Marionetten in der Politik.

Weitere Informationen und Downloads gibt es auf der Seite der Volksinitiative SH stoppt CETA und hier geht´s zum Spendenkonto der Volksinitiative.
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23.09.2016

SPD nickt CETA ab

Mit einer „überraschend deutlichen“ Mehrheit haben die Delegierten des SPD-Partei- konvents am 19.09.2016 das umstrittene CETA-Freihandelsabkommen mit Kanada abgenickt. U.a. hat Partei-Chef Sigmar Gabriel die Delegierten mit der Ankündigung eines „ausführlichen Anhörungsprozesses“ geködert, an dem sogar die Zivilgesellschaft beteiligt werden soll. Bevor CETA dann ohne Zustimmung der nationalen Parlamente „vorläufig angewendet“ wird, sollen also die „gesellschaftlichen Gruppen“ (=Zivilgesell- schaft) noch einmal ihre Bedenken wiederholen dürfen, die sie auf Demos, im Internet, in anderen Medien, auf Veranstaltungen etc. bereits 100.000-fach geäußert haben. Die wurden bisher von EU-Kommission und Bundesregierung ignoriert und als „irrational“ und „hysterisch“ verspottet. Im „ausführlichen Anhörungsprozesses“ haben dann beide eine weitere Gelegenheit, ihrer Ignoranz und ihrem Spott Ausdruck zu verleihen.

Alle angeblichen Nachbesserungen, Korrekturen, „rechtsverbindlichen“ Zusatzer- klärungen etc., mit denen sich die Delegierten (neben der Anhörungsprozess-Ankündi- gung) haben blenden lassen, sind reines SPD-Wunschdenken und damit für das weitere Verfahren im Ratifizierungsprozess weitgehend bedeutungslos.

Fakt ist dagegen, dass die Delegierten ihrer Parteispitze und damit der Bundesregierung eine Ermächtigung erteilt haben, CETA im Ministerrat durchzuwinken, egal, ob noch irgendwelche SPD-Wünsche berücksichtigt werden oder nicht. Wenn auch kein anderes EU-Land sein Veto einlegt, ist der Weg für die „vorläufige Anwendung“ von CETA frei, denn die Zustimmung des EU-Parlaments gilt als sicher. Auch hier wären es die Sozial- demokraten, die dieses undemokratische Verfahren noch stoppen könnten, werden sie wohl aber nicht.

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Die Meierei Horst auf der Jahreshauptversammlung

Am 10. Juni anlässlich der Jahreshauptversammlung des BUND Kreis Pinneberg gab es als Einleitung einen Vortrag über die Meierei Horst.

Frau Dr. Tegel als Geschäftsführerin der Meierei, sowie der Bio Landwirt Achim Bock sprachen zu verschiedenen Bereichen.

Achim Bock, der einer der drei Öko-Melburen ist, gab den Anwesenden einen bildhaften Eindruck vom Wirtschaften auf seinem Hof.

Frau Dr. Tegel schilderte das Entstehen der Lieferanten- Verbrauchergenossenschaft. Die 125 Jahre alte Meierei wurde durch dieses Modell auf eine neue Basis gestellt und ihr Fortbestehen dadurch gesichert. Regionalität, sowie handwerkliches Können sind das große Plus des Betriebes.

Die begleitende Verköstigung der Produkte fand bei den Anwesenden großen Anklang.

Weitere Informationen:

Meierei Horst: www.meierei-horst-eg.de

Öko-Melkburen: deoekomelkburen.de
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19. Juli 2016

Gelebte Nachhaltigkeit: Weggeben statt wegwerfen

Gegenstände, die nicht mehr gebraucht werden, an andere zur Weiterverwendung abzugeben, ist die nachhaltigste Form des Recyclings. Weiterverwendung ist besser als jede Form der Verwertung, insbesondere besser als die sogenannte „thermische Verwertung“ (im Volksmund: Verbrennung).

Beim Kreis Pinneberg wurde nun der „Plietschplatz“ eingerichtet, der Nachfolger der Gebrauchtbörse „Für den Müll zu schade“. Das neue Portal kommt mit einem neuen Design, vielen neuen Funktionen und vor allen Dingen einem ganz klaren Ziel: „Plietschplatz“ soll sich zu einem virtuellen Marktplatz bzw. zu einem ganz großen Flohmarkt für den gesamten Kreis Pinneberg entwickeln. Mehr unter: https://plietschplatz.kreis-pinneberg.de/ ____________________________________________________________________________

25. Juni 2016

Frackingesetz verabschiedet

Am 24.06.2016 hat die Mehrheit der Regierungsfraktionen im Deutschen Bundestag das Fracking-Gesetzespaket verabschiedet. Von Kritikern wird es als als "Fracking-Erlaubnis-Paket" bezeichnet. Mehr dazu in einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative frackingfreies Auenland.
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Pressemitteilung vom 2. Mai 2016

BUND fordert drittes Gleis und lehnt A23-Ausbau ab

Die Kreisgruppe Pinneberg des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat im Rahmen des Beteiligungsverfahrens zum Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) eine Stellungnahme zum Entwurf des BVWP 2030 abgegeben.

Darin wird die Wiederaufnahme des dritten Gleises zwischen Pinneberg und Elmshorn in den vordringlichen Bedarf des BVWP 2030 gefordert. Begründet wird dies damit, dass im Hamburger Umland und in Hamburg selbst ein erhebliches Bevölkerungswachstum und damit auch eine deutliche Steigerung der Zahl der Pendler zu erwarten ist. Diesem Wachstum kann nur mit einem gut ausgebauten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) begegnet werden. Das heißt, das dritte Gleis für den Kreis Pinneberg wird dringender denn je gebraucht. Als Vorbild wird angeführt, dass in Wien aufgrund eines gut ausgebauten ÖPNV auf den Autoverkehr nur ein Anteil von 27 Prozent entfällt, während der ÖPNV-Anteil doppelt so hoch ist wie in Hamburg.

Auch dem Zuwachs des Güterverkehrs muss mit der Verlagerung von der Straße auf die Schiene begegnet werden.

Dagegen lehnt die BUND-Kreisgruppe Pinneberg den 6-spurigen Ausbau der A23 strikt ab. Umwelt- und verkehrspolitisch gesehen ist der geplante Ausbau des A23-Abschnitts zwischen Tornesch und Eidelstedt als rückwärtsgewandt und nicht zukunftsfähig zu bezeichnen. Neu- und Ausbau von Straßen generieren mehr Verkehr und damit mehr Lärm und mehr Umweltbelastung. Der A23-Ausbau löst langfristig keine Verkehrsprobleme. Im Gegenteil, er wird zur weiteren Verkehrsbelastung im Kreis Pinneberg und auch in der Stadt Hamburg beitragen und konterkariert somit die Bemühungen des Stadtstaates, die Innenstadt verkehrlich zu beruhigen, Lärm und Umweltbelastungen zu verringern, den ÖPNV zu stärken und das Radfahren zu fördern. Der A23-Ausbau widerspricht auch den Zielen des Klimaschutzes. Die verkehrsbedingten CO2-Emissionen sind in Deutschland von 152 Mio. t im Jahr 2009 auf 164 Mio. t im Jahr 2014 gestiegen. Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Verkehrssektor bei den Bemühungen um die Verringerung von Klimagasemissionen nicht nur ausgenommen wird, sondern dass diesem Sektor sogar noch Steigerungen zugestanden werden.

Auch aus ökonomischen Gesichtspunkten ist dem Bau des dritten Gleises der Vorzug gegenüber dem A23-Ausbau zu geben. Im Jahr 2003 war das dritte Bahngleis zwischen Pinneberg und Elmshorn als vordringlicher Bedarf im damaligen BVWP-Entwurf mit Investitionskosten von 75 Millionen Euro enthalten. Im aktuellen BVWP-Entwurf ist der sechsspurige Ausbau der A23 zwischen Eidelstedt und Tornesch mit 208 Mio. Euro veranschlagt. Selbst wenn zwischenzeitlich von einer Verdoppelung  der Baukosten  ausgegangen würde, wäre der Bau des dritten Gleises kostengünstiger als der A23-Ausbau, abgesehen vom Mehrwert für die Bewohner des Kreises Pinnebergs durch ein attraktives ÖPNV-Angebot.

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Rund 100 Besucher kamen am 29. April 2016 zur Veranstaltung

"TTIP, CETA, TiSA - gehorchen oder zahlen",

die im Elmshorner Kranhaus stattfand.

Nach einigen Informationsveranstaltungen zum Thema Freihandels- und Investitionsschutzabkommen hatte das regionale Bündnis gegen TTIP, CETA, TiSA & Co. diesmal zu einer abwechslungsreichen Kulturveranstaltung eingeladen. Unter dem Motto "TTIP, CETA, TiSA - gehorchen oder zahlen" wurde mit Musik, Infos und Satire dargestellt, wie Konzerne die Politik gefügig machen wollen.

Den Auftakt bildete ein Videoclip von der Großdemonstration im Oktober letzten Jahres in Berlin. Unter den 250.000 Teilnehmern waren auch viele aus dem Kreis Pinneberg. Das regionale Bündnis war mit vier großen Bussen beteiligt. Der Filmemacher Bernd Petersen hatte dort Impressionen eingefangen und Statements von Bündnis-Mitgliedern aufgenommen.

Zwei Tage vor der Veranstaltung war bekannt geworden, dass Greenpeace geheime TTIP-Dokumente geleakt hat. Der Leak zeigt, warum die EU-Kommission die Dokumente unbedingt geheim halten wollte, denn alle Befürchtungen der zahlreichen TTIP-Kritiker werden durch den Leak bestätigt. Bisher hatte die EU-Kommission all diese Befürchtungen als unwahr und die TTIP-Kritik als „irrational“ bezeichnet. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel bezeichnete die TTIP-Kritiker sogar als „hysterisch“.

Aus den geleakten Dokumenten geht hervor, dass die USA massiven Druck ausüben, um bspw. den Verbraucher- und Umweltschutz in Europa auszuhebeln, über Jahrzehnte erkämpfte Rechte und Gesetze in Europa außer Kraft zu setzen und Sonderklagerechte für Konzerne nach ihren Vorstellungen durchzusetzen. Offensichtlich wissen die Amerikaner, dass die EU-Kommission und die Regierungen der EU-Länder – allen voran die deutsche Bundesregierung – TTIP um jeden Preis wollen. Warum sollten die Amerikaner bei den TTIP-Verhandlungen also irgendwelche Kompromisse eingehen, wenn sie damit rechnen können, dass die EU-Unterhändler letztendlich allen US-Forderungen zustimmen?

         Pressekonferenz zum TTIP-Leak.                       Focus-Video zum TTIP-Leak. 

                    Prof. Max Otte: "TTIP ist die völlige Entmachtung der Politik!"   

Prof. Dr. Heiner Flassbeck zu TTIP: Die Idee hinter Freihandelsabkommen ist grundlegend falsch!

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9. März 2016

Aktionen gegen die drohende Neuzulassung von Glyphosat

Es ist sehr wichtig, dass sich jetzt noch möglichst viele Menschen an den Aktionen beteiligen, um diejenigen unter den politischen EntscheidungsträgerInnen zu unterstützen, die die Politik des absoluten Vorrangs für Konzerninteressen hinterfragen oder sogar ablehnen. Dass es die noch gibt (wir hatten schon fast nicht mehr daran geglaubt), zeigt die Verschiebung der Abstimmung über die Glyphosat-Neuzulassung in letzter Minute. Das Brüsseler Marionettentheater der transnationalen Konzerne - auch bekannt unter der Bezeichnung "EU-Kommission" - hatte versucht, Glyphosat voreilig, unter Missachtung des Vorsorgeprinzips und mit laschen Auflagen eine Neuzulassung zu erteilen. Das haben Vertreter einiger Mitgliedsstaaten der EU am 8.3.2016 glücklichererweise verhindert. (www.zeit.de/wissen/umwelt/2016-03/glyphosat-zulassung-verbot-entscheidung-eu).

BUND-Aktion gegen die Neuzulassung von Glyphosat

WeMove-Aktion gegen die Neuzulassung von Glyphosat

Aktion von „Rettet den Regenwald“ gegen die Neuzulassung von Glyphosat

Campact-Aktion gegen die Neuzulassung von Glyphosat

Foodwatch-Aktion gegen die Neuzulassung von Glyphosat

Aktion d. Umweltinstituts München „Glyphosat raus aus dem Bier!“


Ein Artikel aus „DER SPIEGEL 10/2016“ vom 5.3.2016 (also vor der Verschiebung der Abstimmung) mit dem Titel „Alles für TTIP“, der offensichtlich nicht online verfügbar ist, liest sich wie ein Polit-Thriller. Denn es deutet einiges auf einen Zusammenhang zwischen dem umstrittenen Freihandels- und Investitionsschutzabkommen TTIP und der - aus Sicht der EU-Kommission vorerst verunglückten - Glyphosat-Neuzulassung hin. Offensichtlich will die EU-Kommission eine strengere Regulierung beim Glyphosat verhindern, um die Verhandlungen zum Freihandelsabkommen TTIP mit den USA nicht zu behindern. Die Behauptung der EU-Kommission, Absenkungen europäischer Standards durch TTIP seien nicht beabsichtigt, hat sich schon lange als Märchen erwiesen. Jetzt zeigt sich: TTIP sorgt bereits für die Absenkung europäischer Standards – in diesem Fall für die Absenkung von Standards zum Schutz von Menschen und Umwelt vor gefährlichen Pestiziden, bevor es ausgehandelt und lange bevor es in Kraft ist.
Auch wenn die Glyphosat-Neuzulassung vorerst verschoben ist – Ziel der Verschiebung ist vermutlich, den Lobbyisten der Agrochemie-Konzerne die Möglichkeit  zu geben, die Kritiker der erweiterten*) Neuzulassung zu „überzeugen“.
*) Die EU-Kommission will eine Neuzulassung für 15 Jahre statt der beantragten zehn Jahre. Die Neuzulassung soll Glyphosat nicht nur als Wildkrautvernichter erlauben, sondern auch zur Erntevorbereitung (Sikkationsspritzungen) für fast reifes Getreide. Damit soll eine Anwendungsbeschränkung rückgängig gemacht werden, die erst am 21.05.2014 eingeführt wurde. Begründung damals: Glyphosat zur Arbeitserleichterung zu verwenden, entspricht nicht der "guten fachlichen Praxis". Sikkationsspritzungen waren seitdem nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen. So schnell können sich Grundsätze der landwirtschaftlichen Praxis ändern. Was 2014 noch "schlecht" war - der Einsatz einer gesundheitsschädlichen Substanz zur Arbeitserleichterung - ist 2016 schon "gut", wenn sich die Agrochemie-Konzerne und ihre Brüsseler Vasallen durchsetzen.
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21. März 2016

Der BUND auf dem Elmshorner Wochenmarkt 

Am Samstag, den 19. März 2016 haben wir auf dem Elmshorner Wochenmarkt mit einem Informationsstand und dem BUND-Mobil über unsere Arbeit informiert. Rechtzeitig zum Beginn des Gartenjahres 2016 präsentieren wir die neue Broschüre zum Thema ökologisches Saat- und Pflanzengut. Mit der Broschüre möchten wir insbesondere die Gartenfreunde einladen, durch den Einsatz von ökologischem Saat-und Pflanzengut ihren Teil für eine gesündere Umwelt beizutragen. Aber auch andere Bürger und Bürgerinnen sollen angesprochen werden, ihr Einkaufs- und Konsumverhalten zu über- prüfen. Wir möchten aktiv für mehr regionale und saisonale Wirtschaftskreisläu- fe werben. Wichtiger Anlass für die Erstellung dieser informativen Broschüre ist die wahrscheinliche Neu-Zulassung des Pflanzengiftes Glyphosat in Deutschland und der EU in diesem Jahr. Glyphosat - bekannt auch als Roundup - wurde von der Weltgesundheits- organisation als „wahrscheinlich krebserzeugend“ eingestuft und findet sich mittlerweile nicht nur in einigen Biersorten, sondern nachgewiesener Maßen auch im Organismus des Menschen – und zwar in einer höheren Konzentration als für Trinkwasser zu gelassen. Glyphosat hat dazu eine schädigende Wirkung auf die biologische Vielfalt, indem es Lebensräume und Nahrungsketten zerstört. Wissenschaftliche Untersuchungen in Europa und den USA haben ergeben, dass eine große Zahl an Wildkräutern Resistenzen gegen das Totalherbizid Glyphosat entwickelt haben. In den USA gibt es inzwischen 145 spritzmittelresistente Wildkräuter, in Deutschland mindestens 32. Die Folgen für die konventionelle Landwirtschaft durch diese „Superunkräuter“ sind dann erhebliche Ernteeinbußen. Die Landwirtschaft steckt so mittelfristig in einer „Pestizidfalle“. Es gibt also sehr gute Gründe für die ökologischen Anbaumethoden sowohl in den häuslichen Gärten wie in  der Landwirtschaft. Gesunde Böden, sauberes Trinkwasser und eine unbelastete Nahrung sind unerlässlich für unser aller Gesundheit und Wohlbefinden. Wir möchten mit Informationen und Beratung mit dazu beitragen, dass weitere Verunreini- gungen unserer Böden und Gewässer vermieden und Zerstörungen der biologischen Vielfalt verhindert werden. Auch die Förderung von lokalen Saatgutproduzenten, bäuerlicher Familienbetriebe – insbesondere mit ökologischen Anbaumethoden sowie regionale Vermarktungsstrukturen wollen wir unterstützen. Falls Sie Fragen oder Anregungen haben, können Sie sich gerne an uns wenden: dieter.peters-kuehnel@posteo.de.
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Juni 2015

                     Trinkwasser in Schleswig-Holstein in Gefahr?

Unter diesem Titel fand am 12. Juni 2015 im Pinneberger VfL-Heim eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung statt. Dr. Dieter Perdelwitz, Geschäftsführer des Verbandes der Schleswig-Holsteinischen Energie- und Wasserwirtschaft (VSHEW) wies in seinem Referat darauf hin, dass es in Schleswig-Holstein bei der Wasserversorgung kein Mengenproblem, wohl aber ein Qualitätsproblem gibt. Diesem begegnen die Versorger mit immer aufwendigeren Aufbereitungs- und Filtertechniken, die aber bei weiter zunehmender Schadstoffbelastung irgendwann an ihre Grenzen stoßen. Für die Entfernung bestimmter Schadstoffe aus dem Grundwasser steht derzeit noch keine Technik zur Verfügung. Dazu gehören beispielsweise Antibiotika, die über die Gülle das Grundwasser belasten können. An zahlreichen Grundwasser-Messstellen in Schleswig-Holstein ist der Nitrat-Grenzwert von 50 mg/l (für Trinkwasser) überschritten. Ursachen: Gülle, Mineraldüngung und – etwa seit 15 Jahren neu hinzugekommen – Gärreste aus Biogasanlagen. Eine weitere Gefahr: Fracking und Geothermie-Bohrungen. Nach dem Vortrag entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Mindestens in einem Punkt waren sich Zuhörer, Referent und Veranstalter einig: Die fortschreitende Industrialisierung der Landwirtschaft – verursacht u.a. durch eine verfehlte Agrarpolitik sowie Preisdiktate der Lebensmittelketten und Discounter – hat einen erheblichen Anteil an den Belastungen, denen das Grundwasser zunehmend ausgesetzt ist.

Ein Beispiel: Dimethylsulfamid (DMS) ist ein Abbauprodukt verschiedener Pestizide und wird inzwischen – nachdem es 2006 „entdeckt“ wurde – auch im Trinkwasser nachge- wiesen. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) „löst“ das Problem, indem es DMS als „nichtrelevanten Metaboliten“ einstuft. Dann gilt ein erheblich höherer Grenzwert als für die Ursprungssubstanzen, die Pestizide. Nach dem Vorsorgeprinzip dürfte aber DMS nicht anders behandelt werden als Pestizide, solange nicht geklärt ist, wie es auf Mensch und Umwelt wirkt.

Das notwendige Vorsorgeprinzip zum Grundwasserschutz verliert in Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit mehr und mehr an Bedeutung. Pestizide, Düngemittel, Medikamente, Nanomaterialien und Chemikalien aus unterschiedlichen Quellen belasten Böden und Gewässer. Für den Fall, dass Schadstoffe das Grundwasser erreichen, scheint man sich zunehmend auf technische Reinigungsmethoden verlassen zu wollen. Aus Sicht von BUND und VSHEW ein falscher Weg!

Es wäre Aufgabe der Politik, eine weitere Zunahme von Schadstoffeinträgen ins Grundwasser zu verhindern. Doch Bundesregierung und EU-Kommission sind gerade dabei, die Tür für die dafür erforderlichen Regulierungen zuzumauern. Denn durch Investitionsschutzklauseln in Freihandelsabkommen wie TTIP und CETA wollen sie Konzernen ermöglichen, „Schadensersatz“-Forderungen einzuklagen, wenn Regulierungen deren Gewinnerwartungen reduzieren.

Die Präsentation zum Vortrag von Dr. Dieter Perdelwitz kann hier heruntergeladen werden.

 

Pestizid-Abdrift melden

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Offener Brief zur Neubewertung von Glyphosat - EU-weites Verbot gefordert

Der BUND (Bundesgeschäftsstelle) hat zusammen mit anderen Umweltverbänden einen offenen Brief an Agrarminister Christian Schmidt verfasst. Die Forderungen an ihn: sich für ein EU-weites Glyphosat-Verbot einzusetzen, eine generelle Überarbeitung der toxikologischen Risikobewertung von Pestiziden zu veranlassen und den Einfluss der Pestizide produzierenden Unterneh­men einzuschränken.

Eine Antwort auf den offenen Brief vom 31.7.2014 gibt es bisher nicht.

Glyphosat verbieten - Mensch und Natur schützen! Aufruf unterschreiben

Pestizid-Abdrift melden

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BUND Quickborn kämpft gegen Straßenbau durch das FFH-Gebiet "Gronautal"

Die Stadt Quickborn plant eine Verbindungsstrasse durch das Gronautal. Dieses Gebiet ist FFH-Schutzgebiet und dessen Zustand darf nicht verschlechtert werden! Deshalb kämpft die örtliche Gruppe des BUND, der Nabu, sowie der BfQ (Bürger für Quickborn) gegen dieses Projekt. Zur Zeit lässt die Stadtverwaltung eine Machbarkeitsstudie durchführen, deren Ergebnis im Sommer vorliegen soll.

Gestaltung: Hans-Werner Seyboth


Eingetaucht: Vielfalt in unseren Meeren

Seenelke, Foto: BUND

BUND-Kampagne gegen die Vermüllung der Meere

 

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