BUND Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland


Die Kinder der „Wilden 13“ pressen Apfelsaft mit dem BUND Quickborn


Am 19. Oktober war es soweit: Die Kinder des Johanniter Kindergartens „Wilde 13“ in Quickborn Heide hatten auf der nahegelegenen Streuobstwiese Äpfel geerntet. Zusätzlich hatten alle Kinder Früchte von zu Hause mitgebracht und auch der BUND steuerte zwei Kisten bei.

Die Quickborner Gruppe des Bund für Umwelt- und Naturschutz brachten auch die erforderlichen Gerätschaften mit, wie einen Häcksler und die Apfelpresse.

In drei Arbeitschritten wurden die Äpfel gewaschen, gehäckselt und dann in der Presse der Saft gewonnen.

Die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache und so konnte tatsächlich in vier Stunden die gesamte Menge verarbeitet werden. Der Saft musste natürlich sofort ausgiebig probiert werden und so gelangte nur ein Teil in die mitgebrachten Gefäße.

Alle Beteiligten hatten bei gutem Wetter viel Spaß bei der Aktion und kamen überein, sie im nächsten Herbst zu wiederholen.

Wir bedanken uns herzlich bei der Leiterin der Kita, Frau Holmer, sowie ihren MitarbeiterInnen und können uns für die Zukunft eine Zusammenarbeit auch bei anderen Projekten gut vorstellen.

Fotos: BUND Quickborn

Am 09.09.2017 protestierten Anwohner vor dem Kohlekraftwerk Wedel im Tinsdaler Weg

Das Kohlekraftwerk Wedel emittiert seit Juli 2016 kontinuierlich saure, sichtbare Partikel (Grobstaub). Diese Partikel sind ätzend (ph-Wert 1,5). Nachweislich enthalten die Partikel Schwefeltrioxid: Zusammen mit Wasser kann sich Schwefelsäure bilden. Es hat im Laufe des vergangenen Jahres viele Schäden an Wintergärten, Glasdächern und PKW-Lack am Elbhochufer in Wedel gegeben, die im Einzelfall auf bis zu 10.000,00 € taxiert wurden. Vattenfall als Verursacherin leistet Ersatz für die Schäden.

Es besteht Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung. Insbesondere kleine Kinder sind gefährdet, da diese sich Partikel oder auch große Bröckchen in den Mund stecken oder in die Augen reiben könnten. Ein entsprechendes Gutachten eines Sachverständigen liegt vor.

Vattenfall sollte laut rechtlicher Anordnung des zuständigen Landesamtes in Kiel (LLUR) die Ausstöße aus dem Kohlekraftwerk bis zum 31.08.17 "mindern". Da "mindern" ein sehr schwammiger Begriff ist, haben Betroffene beim LLUR einen rechtlichen Widerspruch über die beauftragte Anwaltskanzlei zum "Abstellen" der Partikelausstöße eingereicht. Dieses Verfahren läuft derzeit.

Vattenfall hat Ende Juli Block 1 des Kohlekraftwerks Wedel nach einer längeren Revision wieder in Betrieb genommen. Block 2 folgte Ende August. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Vattenfall mit einem der ältesten Kohlkraftwerke in SH im Sommer Strom produziert und auf der anderen Seite werden in SH die Windräder abgeriegelt.

Nach der Revision des KoKWs hat sich das Partikelproblem mitnichten verbessert: Seit Anfang August gab es insgesamt 8! mal Partikelniederschläge am Elbhochufer in Wedel.

Ein Minusrekord. In so einem Dreck kann niemand leben. Kaum ist alles nach teils stundenlangen Putzaktionen wieder gereinigt, geht der Dreck von vorne los. Es gibt in Deutschland kein auch nur annähernd vergleichbares Beispiel. In den letzten Wochen hat Vattenfall sich um Regress gedrückt. Auch gibt es schon wieder neue Schäden.

Zusätzlich zu den sauren Niederschlägen emittiert das KoKW nach Angaben von Vattenfall seit letzter Woche auch noch Kalkhydrat. Kalkhydrat bildet mit Wasser eine starke Lauge.

Die Kieler Aufsichtsbehörden lassen die Betroffenen seit einem Jahr im Partikelregen stehen.

Mit der Demo wurde gegen den Weiterbetrieb von Wedels Dreckschleuder protestiert.

Kerstin Lueckow
Sprecherin Kraftwerks-BI Wedel/Rissen

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Dreckschleuder auch auf der anderen Elbseite       


Nördlich von Stade auf der anderen Elbseite
will die EBS GmbH auf dem Bützflether Sand
eine Müllverbrennungsanlage (MVA) errichten.
Im November 2016 wurde für diese Anlage vom Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg eine 3. Teil- genehmigung und eine Betriebsgenehmigung erteilt. 2008 hatte die (heute insolvente) Fa. Prokon geplant, mit der MVA Prozesswärme
und Strom für die benachbarte Industrie zu erzeugen. Die nun geplante Anlage soll den gewonnenen Strom in das allgemeine Netz einspeisen. Jährlich ca. 200.000 t Haus- und Gewerbemüll, kontaminierte Industriefilter
und Klärschlamm sollen über Schiffe aus dem Ausland oder per LKW aus ganz Deutschland angeliefert werden, da der Müll aus der Region per Vertrag des Landkreises Stade mit Hamburg bei der MVA Rugenbergener Damm angeliefert wird. Es handelt sich also um einen groß- angelegten Müllimport zu Lasten der Umwelt
und der Gesundheit der Menschen! Die Anlage soll als Investmentprojekt von der EBS GmbH möglichst billig hochgezogen und dann verkauft werden. Die Schadstoffkontrolle bei der Ver- brennung des heterogenen Mülls ist eine Farce.

 

Seestermühe, Neuendeich, Haselau und Haseldorf sind etwa 6 – 7 km vom Standort der MVA entfernt. Bei dem in der Region vorherrschenden Westwind werden aber zahlreiche weitere Kreisgemeinden von den Emissionen betroffen sein. Pinneberg ist zwar 19 km entfernt, liegt aber genau östlich, Elmshorn in 15 km Entfernung nordöstlich des Standortes.

In Stade und Umgebung kämpfen eine Bürgerinitiative und viele Bürger mit Unter- stützung einer Rechtsanwaltskanzlei aus Berlin gegen die 3. Teilgenehmigung und für die Sicherung der Lebensqualität in ihrer Heimat. Der nächste notwendige Schritt ist die Klage gegen die Betriebsgenehmigung und 3. Teilgenehmigung, die umfangreich mit den diversen Verfahrensfehlern und Versäumnissen der Behörde begründet wird und zurzeit von der Kanzlei erarbeitet wird. Unsere Freunde auf der anderen Elbseite brauchen für das Klageverfahren eine breite Unterstützung! Alle sind massiv von der Planung betroffen: Natur und Umwelt, Bürger in der näheren Umgebung (Bützfleth, Stade etc.) aber natürlich auch im Kreis Pinneberg.

Spenden zur Unterstützung des Widerstands und der Klage gegen die MVA Bützfleth bitte unter dem Stichwort „MVA Bützfleth“ auf das Konto des BUND Stade bei der Kreissparkasse Stade.
IBAN: DE89 2415 1116 0000 1250 21,   BIC: NOLADE21STK

Weitere Informationen:
BUND Stade: http://www.bund-stade.de/aktuell/aktuell_detailansicht/artikel/helft-mit-gegen-die-muellverbrennungsanlage/?tx_ttnews%5BbackPid%5D=9000&cHash=e6a1084e9fbfff23832249db2ae8446c, Tel.: 04141-63333.
Bürgerinitiative für eine umweltfreundliche Industrie, Jochen Witt, Borsteler Weg 2, 21683 Bützfleth, Fax: 04146 9298370) und www.wgb-stade.de

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Plastikfrei(er) Leben - Tipps und Tricks zur Müllvermeidung - Vortrag & Diskussion am 20.09.2017 in Horst

Unsere Meere sind zur Müllkippe geworden - Seevögel und Fische sterben mit Plastik im Magen. Wir müssen unseren Müll reduzieren, um unseren Planeten zu schützen und unsere Ressourcen zu schonen. Schon längst gelangen Kunststoffe durch Mikroplastik in unsere Nahrungskette.

Stephanie Wiermann gab einen kurzen Überblick über die Problematik von Plastik. Danach zeigte Sie einfache, in den Alltag integrierbare Schritte für ein plastikfreieres Leben.

Eingeladen hatte der „Runde Tisch - zukunftsfähiges Horst“. Kontakt: b.asmus@x-on.de

https://plastikfreier-leben.de
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                                                                                                               2. August 2017

 

Zitat des Tages

Horst Seehofer zum „Nationalen Forum Diesel“ am 02.08.17:
„… Das kann man machen, indem man einen Euro-Diesel … äh … die Euro 6-Norm kauft. Die ist bezüglich des Stickstoffausstoßes*) völlig unbedenklich…“

Klar, weiß doch jede(r): Ein Euro 6-Diesel, der wie der Audi A8 4.2 TDI 1422 mg/km Stickoxide ausstößt, also das 18-fache des Euro 6-Grenzwertes von 80 mg/km, ist natürlich völlig unbedenklich. Hauptsache, er hält den Grenzwert auf dem Prüfstand ein und zwar ohne illegale Abschalteinrichtung. Ist die Abschalteinrichtung legal, ist das selbstverständlich völlig unbedenklich. Und wer käme schon auf die absurde Schnaps- idee, bei einem so teuren Auto auch noch eine Abgasreinigung einzubauen, die sogar auf der Straße funktioniert. Der Schlitten ist schließlich auch so schon teuer genug. Mehr

*) Er meint natürlich Stickoxide, aber er ist ja schließlich kein Chemiker

 

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                                                                                                                   1. August 2017

Mehr Pestizide, mehr Monokulturen, weniger Wildpflanzen, weniger Insekten, weniger Vögel – und wie alles miteinander zusammen hängt


In Deutschland gibt es heute 80 Prozent weniger Insekten als noch 1982 und fast 3.000 Insektenarten werden als ausgestorben oder gefährdet eingestuft. Das müsste eigent- lich ein akutes Alarmsignal sein für alle Menschen, die um die Ökosysteme auf dem Planeten besorgt sind. Zu den Hauptursachen für das Insektensterben zählen die in der Landwirtschaft als Insektizide eingesetzten Neonicotinoide, die für Insekten bis zu 7000 mal giftiger sind als DDT. Immerhin wurde in Deutschland bereits im Jahr 2008 das Beizen von Saatgut für drei besonders gefährliche Neonicotinoide eingeschränkt. 2013 folgte eine weitere Einschränkung durch die EU mit der Folge, dass eben andere (von der Einschränkung nicht betroffene) Neonicotinoide verwendet werden, die zwar etwas weniger giftig sind, dafür aber höhere Dosierungen erfordern. Für Raps wurde das Beizen mit Neonicotinoiden ganz verboten, absurderweise nicht aber das Spritzen. Deshalb wurde beim Raps das Beizen durch Spritzen ersetzt. Die Spritzungen erfolgen mehrfach in einer Vegetationsperiode und es sind wesentlich höhere Anwendungs- mengen erforderlich. Das Raps-Beizverbot hat deshalb zur Folge, dass nicht weniger Neonicotinoid-Rückstände in die Umwelt gelangen, sondern erheblich mehr. Frankreich nimmt die Gefahr ernst und hat ein Totalverbot von Neonicotinoiden beschlossen. Dagegen ist dem deutschen Landwirtschaftsminister Christian Schmidt das Insekten- sterben offensichtlich egal, denn er sieht „keinen Handlungsbedarf“. Und MdEP-Mitglied Peter Jahr (CDU) hält ein Neonicotinoid-Verbot sogar für „realitätsfern“. Wie gut, dass wenigstens Frankreich in der „Realitätsferne“ angekommen ist.

In Deutschland dagegen wird den Herstellern (z.B. Bayer) sogar erlaubt, die Wirkstoffe (z.B. Thiacloprid) als „nicht bienengefährlich“ zu kennzeichnen, denn Honigbienen werden nicht sofort getötet, sie werden „nur“ orientierungslos (finden dann ihren Stock nicht mehr), verlieren ihre Kommunikationsfähigkeit und die Resistenz gegen Parasiten wie die Varroamilbe. Noch empfindlicher als Honigbienen reagieren Wildbienen und Hummeln auf die Nervengifte.

Aber was würde geschehen, wenn die Neonicotinoide (auch in Deutschland) doch verboten würden? Vermutlich würden sie abgelöst durch Ersatzmittel, die natürlich auch zugelassen würden, denn die Studien, die deren „Unbedenklichkeit“ „nachweisen“, werden von den Herstellern erstellt. Zeigt sich dann in der Anwendungsphase, dass die Mittel doch nicht unbedenklich sind, weil die Studien falsch oder unvollständig waren, dauert es wieder etliche Jahre, bis die Mittel verboten werden (sofern das überhaupt geschieht). Das Zulassungsverfahren für Pestizide muss deshalb grundlegend geändert werden. Wie – das steht im Factsheet Für besseren Schutz vor riskanten Stoffen und Technologien!

Natürlich sind aber von der intensiven Landwirtschaft mit Monokulturen und dem steigenden Pestizideinsatz nicht nur Insekten betroffen. Die gesamte Artenvielfalt entlang der Nahrungskette ist akut bedroht. Mit dem Rückgang der Insekten nimmt unweigerlich auch die Anzahl der insektenfressenden Vögel ab. Die Auswirkungen sind gravierend: Fast drei Viertel der heimischen Vogelarten der Äcker und Wiesen sind gefährdet oder vom Aussterben bedroht.

Das Umweltinstitut München hat deshalb  die Aktion „Rettet die Vögel!“ gestartet, mit der die Bundesregierung aufgefordert wird, Pestizide zu verbieten und Agar-Wüsten wieder in vielfältige Landschaften zu verwandeln. Denn auch wenn die Bundesregierung das Problem erkannt hat, unternimmt sie bisher nichts, um die Artenvielfalt zu retten. Unterstützen auch Sie die Aktion des Umweltinstituts:

Jetzt mitmachen!

http://newsletter.umweltinstitut.org/c/22816166/27269f60a8f9-otdrwf

Bundesregierung und EU fördern durch massive Subventionen v.a. industrielle Großbetriebe. Im März beschloss der Bundesrat auf Initiative von Schleswig-Holstein und Niedersachen eine Umschichtung von EU-Fördermitteln aus der sogenannten ersten Säule (Direktzahlungen an Landwirte, derzeit etwa 280 Euro pro Hektar) in die zweite Säule (Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums, kurz ELER) auf 6%. Ursprünglich hatten die beiden Länder eine Umschichtung von bisher 4,5% auf 15% zur Stärkung der nachhaltigen Landwirtschaft vorgeschlagen, also eine Erhöhung um 10,5%. Beschlossen wurde eine Erhöhung um schlappe 1,5%. Aber nicht einmal das will der Bundeslandwirtschaftsminister umsetzen. Die Bundesregierung will einfach keine nachhaltige Landwirtschaft. Das zeigt sich auch daran, dass die Bundesregierung von Regulierungen zur Reduzierung des Pestizid- und Antibiotikaverbrauchs in der Landwirtschaft überhaupt nichts hält, obwohl diese unbedingt notwendig wären. Weitere Informationen zum Thema sind im Factsheet "TIER- UND UMWELTGERECHTE LANDWIRTSCHAFT" enthalten.

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                                                                                                                   1. August 2017

AATIF – Rettung Afrikas? Bekämpfung von Fluchtursachen? Oder eine besonders perfide Form des Neokolonialismus?

 

AATIF steht für „Africa Agriculture and Trade Investment Fund“, ist Bestandteil des „Marshallplans mit Afrika“ des BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammen- arbeit und Entwicklung) und soll durch staatliche Absicherung private Investitionen in Afrika mobilisieren und auf diese Weise den afrikanischen Kontinent entwickeln. „Ziel des AATIF ist es, vorhandene Potenziale in der Landwirtschaft und im Handel nachhaltig auszu- schöpfen. Im unmittelbaren Fokus stehen dabei die nachhaltige Förderung der Einkommen der im Landwirtschaftssektor arbeitenden Bevölkerung sowie eine verbesserte Wettbewerbs- fähigkeit lokaler Unternehmen” heißt es in einem Papier des BMZ. Die Realität sieht völlig anders aus: Das Ziel privater Investoren ist unbestreitbar die Erwirtschaftung möglichst hoher Renditen. Wie sie dieses Ziel erreichen, ist ihnen egal. AATIF „mobilisiert“ deshalb nicht die Entwicklung des afrikanischen Kontinents, sondern Landraub, Lohndumping, Menschenrechtsverletzungen etc.. Beispiel: In Sambia wütet der Finanzinvestor Agrivision Africa, der von AATIV einen Kredit erhalten hat.  Agrivision hat dort 18.000 Hektar Land „erworben“, was aber nichts anderes heißt, als dass er das Land den Kleinbauern, die es vorher bewirtschaftet haben, unter den Füßen weg gekauft oder gepachtet hat.

Die Kleinbauern können sich dagegen nicht wehren. Land war in Sambia vor der Kolonialzeit wie in allen afrikanischen Gesellschaften Gemeinschaftseigentum. Es wurde von den Menschen verwaltet, die es bewohnten und bewirtschafteten. Das änderte sich mit der Kolonialisierung grundlegend. Die Kolonialisten nahmen für sich in Anspruch, Land aufzukaufen, zu enteignen und zu privatisieren. Heute besteht zwar die Möglichkeit, dass auch Kleinbauern Land registrieren lassen und dafür dann einen Titel erhalten können. Viele von ihnen wissen aber wenig über ihre Rechte und das gesamte System ist anfällig für Korruption und die Umgehung von Vorschriften. Diese Situation wird von „Investoren“ genutzt, um sich auf Kosten der Bevölkerung Land anzueignen – gefördert durch AATIV, also durch das BMZ und die Bundesregierung.

So will die Bundesregierung „Fluchtursachen bekämpfen“??? Wer über gesunden Menschenverstand verfügt und etwas genauer hinschaut, erkennt, dass so Fluchtursachen nicht bekämpft, sondern geschaffen werden. Aber Menschen, die flüchten, weil ihnen ihre Lebensgrundlage genommen wurde, werden zynisch als „Wirtschaftsflüchtlinge“ bezeichnet, die bekanntlich in Deutschland kein Asylrecht genießen. 
Das ARD-Magazin „MONITOR“ berichtete am 06.07.2017 in einem 8-Minuten-Beitrag über AATIF: http://mediathek.daserste.de/Monitor/G20-Gipfel-Wer-profitiert-vom-Marshall/Video?bcastId=438224&documentId=44250648

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Am 22. März 2017 fand in der Elmshorner Gaststätte „Im Winkel“ die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung

 

Mit dem
„Alternativen Handelsmandat“
von der
Defensive in die Offensive?!

 statt. Referent war Bernd Seewöster


Das Alternative Handelsmandat und wie es zustande gekommen ist


Die Kritiker*innen
sogenannter Freihandels- und Investitionsschutzabkommen haben sich bisher darauf konzentriert, auf die Gefahren dieser Abkommen hinzu- weisen. Was sich nett anhört – wer könnte schon etwas gegen freien Handel und den Schutz von Investitionen haben – entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als Vollkaskoversicherung für die Gewinne großer transnationaler Konzerne (TNC) auf Kosten der Menschen (Steuerzahler*innen, Arbeitnehmer*innen, Verbraucher* innen etc. überwiegend in Personalunion) der Umwelt, der Natur, des Klimas, zukünftiger Generationen, der Demokratie und sogar der mittelständischen Wirtschaft.

Wer kritisiert, sollte aber auch in der Lage sein, Alternativen aufzuzeigen.

Schon im Jahr 2009 haben mehr als 50 deutsche, europäische und internationale Umwelt-, Bauern-, Gewerkschafts- und Verbraucherorganisationen sowie Frauen- und Menschenrechtsgruppen, kirchliche Hilfswerke und entwicklungspolitische Aktivisten eine „Allianz für ein Alternatives Handelsmandat“ gegründet, um eine alternative europäische Handelspolitik mit folgenden Grundwerten zu entwickeln:

Das Ergebnis der Arbeit dieser Gruppen wurde von Bernd Seewöster anhand einer Präsentation am 22. März vorgestellt. Anschließend fand eine Diskussion statt.

Weitere Informationen dazu zum Herunterladen:

  1. Sand im Getriebe, Sondernummer Mai 2014, Internationaler deutschsprachiger Rundbrief der ATTAC-Bewegung
  2. Das Alternative Handelsmandat - Menschen und Planet zuerst (Kurzfassung, 4 Seiten)
  3. Handel: Zeit für eine neue Vision, Allianz für ein Alternatives Handelsmandat (Langfassung, 22 Seiten)

 

Flyer zur Veranstaltung zum Herunterladen
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Pressemitteilung vom 8. Januar 2017:

BUND unterstützt Vorschlag des Umweltbundesamtes

Die landwirtschaftliche Tierhaltung in Deutschland verursacht 95 Mio. Tonnen Treibhaus- gase. Das sind knapp 10 % der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands (Quelle: Bericht des Umweltbundesamtes „Umweltschädliche Subventionen in Deutschland - Aktualisierte Ausgabe 2016“, Seite 57). Hinzu kommen Treibhausgas- emissionen, die im Ausland durch Produktion von meist gentechnisch veränderten Futtermitteln für den deutschen Markt entstehen. Darüber hinaus verursacht die Massentierhaltung erhebliche weitere Probleme: Belastungen des Grundwassers und von Oberflächengewässern durch Nitrat und andere Schadstoffe, Resistenzbildung bei Krankheitserregern durch Antibiotikamissbrauch und zahlreiche weitere.

Würden nach dem Verursacherprinzip die auf den übermäßigen und ungesunden Fleischkonsum zurück zu führenden (externen) Kosten auf den Fleischpreis umgelegt, würde die vom Umweltbundesamt (UBA) vorgeschlagene Streichung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte bei Weitem nicht ausreichen. Aber immerhin wäre dies ein Schritt in die richtige Richtung, wenn auch ein viel zu kleiner. Argumente dagegen fallen offensichtlich auch der Agrarlobby nicht ein, denn sie reagiert auf den UBA-Vorschlag mit unsachlichen Begriffen wie „Strafsteuer“ oder „Vorschriften“. Der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19% hat aber mit einer „Strafsteuer“ nichts zu tun und schon gar nicht handelt es sich um eine „Vorschrift“.

Gemessen an der Gesamtproblematik handelt es sich aber bei dieser Debatte um einen „Streit um des Kaisers Bart“, denn die seit Jahrzehnten betriebene falsche Agrarpolitik, die eine chemieintensive, umwelt-, natur- und klimaschädliche industrielle Landwirt- schaft fördert, statt eine nachhaltige bäuerliche, lässt sich natürlich allein durch eine Streichung des subventionierten Mehrwertsteuersatzes auf tierische Produkte nicht beenden. Wir brauchen endlich die Agrarwende und eine völlig andere Agrarpolitik. Dafür demonstrieren wir wieder am 21. Januar 2017 in Berlin. Der BUND Hamburg organisiert Busfahrten zur Demo. Näheres dazu auf der Internetseite der BUND-Kreisgruppe Pinneberg unter http://pinneberg.bund.net/

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Quelle: http://pinneberg.bund.net/startseite/